
Die Saison für Höhenwanderungen in den Alpen beginnt eigentlich erst jetzt. Im Frühherbst herrschen angenehme Temperaturen, und die Fernsicht ist an guten Tagen viel besser als im Sommer. Doch besonders in den österreichischen Alpen droht Zeckengefahr. "Bisher galten Gebiete in über 1.350 m Höhe als zeckenfrei", erläutert Dr. Thomas Jelinek vom CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf.
Doch jetzt seien in Vorarlberg vier Menschen an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt, nachdem sie Rohmilchkäse verzehrt hatten, warnt der Reisemediziner. Die Brotzeitbeilage stammte von zeckeninfizierten Ziegen, die oberhalb von 1.500 Metern gehalten wurden.
In Österreich ist das FSME-Virus seit vielen Jahren weit verbreitet; die Gefahr, dort durch einen Zeckenbiss infiziert zu werden, ist groß. In diesem Jahr erkrankten bereits 32 Menschen, die meisten davon in der Steiermark, in Kärnten, Tirol und Oberösterreich. Bei dieser durch Zecken übertragenen Virusinfektion kann es ein bis zwei Wochen nach dem Stich zu einem grippeähnlichen Krankheitsbild kommen. In einem Teil der Fälle folgen nach einem kurzen, beschwerdefreien Intervall Komplikationen am Gehirn (Enzephalitis, Meningitis), die sich in starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit oder Bewusstseinsverlust äußern und mit Fieber einhergehen. Laut Jelinek haben sich inzwischen über 80 Prozent der Österreicher vorsorglich gegen den FSME-Virus impfen lassen.
Gefahr droht im In- und Ausland in allen ausgewiesenen Zeckengebieten auch von der bakteriellen Lyme-Borreliose-Krankheit. Bohrt sich eine infektiöse Zecke in die Haut, können nach einer bis sechs, manchmal auch bis zu zwölf Wochen Inkubationszeit grippale Symptome und eine blaurote, sich z.T. in girlandenförmigen Ringfiguren ausbreitende Hauterscheinung ("Erythema migrans") auftreten. Teilweise kommt es anschließend zu einer Hirn- oder Hirnhautentzündung, einer Herzentzündung oder entzündliche Gelenkveränderungen. Einen Impfschutz gegen die Borreliose gibt es in Europa bisher nicht.
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04.08.2009 16:42