
"Die Talsohle der Wirtschaftskrise am Hotelmarkt scheint durchbrochen zu sein", meint Florian Ruß, Head of Marketing DACH von Hotels.com, anlässlich der Präsentation des Hotelpreisindex HPI. Die Übernachtungspreise sind 2010 weltweit um rund zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. "Das Preis-Niveau entspricht damit jenem von 2004, dem Jahr in dem der erste HPI erstellt wurde", so Ruß.
Die größten "Ausreißer" beim Anstieg der Übernachtungskosten waren die Boom-Citys Rio de Janeiro, New York, Singapur, Macau und Shanghai. Dort stiegen die Zimmerpreise innerhalb eines Jahres stark an. "Generell ist ein starker Preisanstieg im Fünf-Sterne-Segment bemerkbar", erklärt Ruß. Jet-Set-Destinationen wie Ibiza etwa boomen deutlich. Das wirke sich auch auf die Preise aus.
"Regional gibt es immer wieder starke Unterschiede bei den tatsächlichen Übernachtungskosten", betont Ruß. Durch die Wirtschaftskrise im eigenen Land sind die Zimmerpreise aber etwa in Irland, Spanien und Island deutlich gefallen. Hotelpreise dienen als Barometer für die zunehmende Bedeutung und Entwicklung der Städte in boomenden Schwellenländern. Dies werde an den großen Preisanstiegen in Brasilien und in China deutlich.
Die Wirtschaftskrise hat auch die Emirate deutlich erfasst. So fielen die Zimmerpreise in Abu Dhabi um 17 Prozent. Das Ausbleiben von Gästen aus den USA sorgte auch in der Karibik für billigere Zimmer. So fielen die Zimmerpreise in Antigua ebenfalls um 17 Prozent. Andere Regionen wie etwa Nordamerika blieben deutlich im weltweiten Trend - dort sind die Hotelpreise um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Die Übernachtungszahlen sagen allerdings nichts über die tatsächliche Auslastung der Unterkünfte aus. "Wir wissen aber von London, dass es dort eine 90-prozentige Auslastung gibt. Bis zum Sommer 2012 werden wegen der Olympischen Spiele übrigens weitere 12.000 Zimmer hinzukommen." Weiters im Trend liegen auch die Städte Paris, Barcelona und Amsterdam.
Dass die Wirtschaftskrise damit vorbei ist, will der Manager nicht bestätigen. Der weltweit zweiprozentige Anstieg der Zimmerpreise weist auf eine Besserung hin, sei aber mit Vorsicht zu genießen. Die Buchungszahlen in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres lassen Hoffnung aufkommen. Sie bestätigen eine erhöhte Nachfrage.
"Deutlich wird auch, dass die Hotels deutlich weniger Rabatte anbieten als noch vor einigen Jahren", so Ruß. Es bleibe allerdings abzuwarten, wie sich die Krise in Nordafrika und im Nahen Osten sowie die Naturkatastrophe in Japan auf den weltweiten Tourismus auswirken. "Der Vulkanausbruch in Island hat sicher auch dazu beigetragen, dass die Zimmerpreise nach unten gingen", so Ruß abschließend. (pte)